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<title>Historia Augusta</title>
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<p>Die <b>Historia Augusta</b> (<i>Kaisergeschichte</i>, auch <i>Scriptores Historiae Augustae</i>; der ursprüngliche Titel ist nicht überliefert) ist eine auf <a href="Latein" title="Latein">Latein</a> verfasste <a href="Sp%C3%A4tantike" title="Spätantike">spätantike</a> Sammlung von 30 Viten (Lebensbeschreibungen) <a href="R%C3%B6mische_Kaiserzeit" title="Römische Kaiserzeit">römischer Kaiser</a> und <a href="Usurpation" title="Usurpation">Usurpatoren</a> für die Zeit von <a href="Hadrian_(Kaiser)" title="Hadrian (Kaiser)">Hadrian</a> bis <a href="Numerian" title="Numerian">Numerian</a>/<a href="Carinus" title="Carinus">Carinus</a> (117–284/85). Die <i>Historia Augusta</i> ist zum größten Teil, aber nicht vollständig überliefert.
</p><p>Das Werk gibt sich als Sammlung von Kaiserbiographien aus, die von sechs verschiedenen Autoren in der Zeit um 300 verfasst worden seien. Die moderne Forschung hat jedoch plausibel machen können, dass die Verfassernamen fiktiv sind und die <i>Historia Augusta</i> von nur einem einzigen Autor, wahrscheinlich um 400 n. Chr., verfasst worden ist. Dieser anonyme Verfasser hat zahlreiche fiktive Elemente in die Viten eingeflochten und mehrere Ereignisse falsch dargestellt. Die große Mehrheit der Forscher akzeptiert diese Sichtweise heute. Zahlreiche Einzelfragen (so unter anderem Datierung, Absicht des Autors sowie seine Quellen) sind aber weiterhin Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion.
</p><p>Als literarisches Werk von relativ bescheidener Qualität ist die <i>Historia Augusta</i> bei klassischen Philologen nur auf begrenztes Interesse gestoßen. Für die Erforschung der <a href="R%C3%B6misches_Reich#Hohe_Kaiserzeit" title="Römisches Reich">hohen Kaiserzeit</a> gehört sie aber aufgrund des Mangels an literarischen Darstellungen für diese Periode zu den wichtigsten, wenngleich im Hinblick auf ihre Zuverlässigkeit umstrittensten historischen Quellen, was eine umfangreiche Forschungsliteratur und eine Reihe von ausschließlich der <i>Historia Augusta</i> gewidmeten Forschungskolloquien illustrieren. Trotz der Fragwürdigkeit bzw. nachweislichen Fehlerhaftigkeit vieler Angaben bietet das Werk auch zahlreiche glaubwürdige Informationen und stellt bei entsprechend vorsichtiger Nutzung eine wichtige Quelle für die hohe römische Kaiserzeit dar. Aber auch für das intellektuelle Klima seiner Entstehungszeit und die Vergangenheitsrezeption in der Spätantike ist der nach wie vor in Vielem rätselhafte Text ein wichtiges Zeugnis.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Verfasserfrage">Die Verfasserfrage</h2></div>
<p>Als Verfasser der in der <i>Historia Augusta</i> (der Originaltitel ist unbekannt) zusammengefassten Viten werden in den Handschriften sechs ansonsten nicht belegte Autoren angegeben, die seit <a href="Isaac_Casaubon" title="Isaac Casaubon">Casaubonus</a> 1603 als die <i>Scriptores Historiae Augustae</i> („Verfasser der Kaisergeschichte“) bezeichnet werden:
</p>
<ul><li><b>Aelius Spartianus</b></li>
<li><b>Iulius Capitolinus</b></li>
<li><b>Vulcacius Gallicanus</b></li>
<li><b>Aelius Lampridius</b></li>
<li><b>Trebellius Pollio</b></li>
<li><b>Flavius Vopiscus</b></li></ul>
<p>Die angeblichen Autoren geben vor, dass das Werk in der Zeit der Kaiser <a href="Diokletian" title="Diokletian">Diokletian</a> und <a href="Konstantin_der_Gro%C3%9Fe" title="Konstantin der Große">Konstantin</a> entstanden sei. Bisweilen beziehen sie sich in den Viten sogar aufeinander, so Vopiscus auf Pollio. In Wirklichkeit wurden die Viten aber höchstwahrscheinlich deutlich später und von nur einer einzigen Person verfasst, wie schon <a href="Hermann_Dessau" title="Hermann Dessau">Hermann Dessau</a> 1889 in einem bahnbrechenden Aufsatz in der Fachzeitschrift <i>Hermes</i> vermutete, in dem Dessau zahlreiche Anachronismen aufdeckte und die Benutzung von Werken nachwies, die erst nach dem Tod Konstantins verfasst wurden.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dessaus Thesen wurden lange heftig diskutiert und von mehreren Fachgelehrten auch abgelehnt, während sich etwa <a href="Otto_Seeck" title="Otto Seeck">Otto Seeck</a> auf die Seite Dessaus stellte. <a href="Theodor_Mommsen" title="Theodor Mommsen">Theodor Mommsen</a> sprach sich schließlich für einen Mittelweg aus, indem er annahm, die Viten stammten zwar von verschiedenen Autoren, seien aber später von einem (inkompetenten) <a href="Redaktor_(Textwissenschaft)" title="Redaktor (Textwissenschaft)">Redaktor</a> bearbeitet worden.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Noch <a href="Arnaldo_Momigliano" title="Arnaldo Momigliano">Arnaldo Momigliano</a> war bezüglich einer Datierung auf die Zeit um 400 skeptisch, da er eine Abfassung in konstantinischer Zeit für möglich hielt.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Dessaus Ansatz hat sich letztlich durchgesetzt und wird heute im Grundsatz von der großen Mehrzahl der Fachwissenschaftler akzeptiert.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Großen Anteil daran hatte die an Dessau anschließende Forschung. Zu nennen sind unter anderem die Arbeiten von <a href="Ernst_Hohl" title="Ernst Hohl">Ernst Hohl</a>,<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Johannes_Straub" title="Johannes Straub">Johannes Straub</a> sowie von dem bedeutenden Althistoriker <a href="Ronald_Syme" title="Ronald Syme">Ronald Syme</a>, die sich intensiv mit der <i>Historia Augusta</i> beschäftigt haben.
</p><p>Es ist allerdings nach wie vor offen, wer der Autor war bzw. welche Absicht er verfolgte. Diese Fragen stehen auch in Verbindung mit der problematischen Datierung der <i>Historia Augusta</i>. Der unbekannte Autor stammte, wie unter anderem seine <a href="R%C3%B6mischer_Senat" title="Römischer Senat">senatsfreundliche</a> Haltung zeigt, sehr wahrscheinlich aus dem stadtrömisch-senatorischen Umfeld, mit einem besonderen Interesse für die <a href="Praefectus_urbi" title="Praefectus urbi">Stadtpräfekten von Rom</a>.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er war offensichtlich literarisch-rhetorisch gebildet. Von den sechs angeblichen Autoren der <i>Historia Augusta</i> gibt nur <i>Flavius Vopiscus</i> etwas von seiner Person preis, wobei es freilich kaum möglich ist, daraus Rückschlüsse auf den tatsächlichen anonymen Verfasser zu ziehen. „Vopiscus“ gibt jedenfalls vor, ein Vertrauter des Stadtpräfekten von Rom, Iunius Tiberianus, gewesen zu sein. Zwei Personen dieses Namens haben in diokletianischer Zeit dieses Amt auch tatsächlich bekleidet: ein Namensträger von 291 bis 292 sowie ein anderer Tiberianus von 303 bis 304.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Vorwort der <i><a href="Aurelian" title="Aurelian">vita Aureliani</a></i> schildert „Vopiscus“, wie ihm Tiberianus während des Festes der <i>Hilaria</i> (am 25. März), „wenn bekanntlich alles, was man sagt und tut, scherzhaft gemeint ist“, den Auftrag zur Abfassung mehrerer Kaiserviten gegeben habe. Aufschlussreich und geradezu bezeichnend für den doppelbödigen Charakter der <i>Historia Augusta</i> ist dabei der zweifellos fiktive (und ironische) Rat des Tiberianus: „Du magst unbesorgt erzählen, was Du willst. Du wirst dich mit deinen Lügen in Gesellschaft von Leuten befinden, die wir als Meister der historischen Prosa bewundern.“<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Forschung geht überwiegend davon aus, dass der Autor der <i>Historia Augusta</i> <a href="Heidentum" title="Heidentum">Heide</a> war und die Viten um 400 verfasst hat. Im Kontext der Auseinandersetzung zwischen christlichen und paganen Vorstellungen in der Regierungszeit des <a href="Theodosius_I." title="Theodosius I.">Theodosius</a> wurde daher oft als Verfasser eine Person aus dem Umfeld des <a href="Quintus_Aurelius_Symmachus" title="Quintus Aurelius Symmachus">Quintus Aurelius Symmachus</a> und des <a href="Virius_Nicomachus_Flavianus" title="Virius Nicomachus Flavianus">Virius Nicomachus Flavianus</a> erwogen, den beiden führenden Persönlichkeiten der heidnischen Senatsaristokratie am Ende des 4. Jahrhunderts. Bisweilen wurde sogar Nicomachus Flavianus selbst als Verfasser vermutet, was aber spekulativ bleiben muss.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 2007 plädierte Stéphane Ratti wieder für Nicomachus Flavianus, der auch ein heute verlorenes Geschichtswerk mit dem Titel <i>Annales</i> verfasst hat. Dagegen argumentierte Michel Festy für dessen Sohn, <a href="Nicomachus_Flavianus_der_J%C3%BCngere" title="Nicomachus Flavianus der Jüngere">Nicomachus Flavianus den Jüngeren</a>, und eine Abfassung im frühen 5. Jahrhundert, wobei für Festy die heidnisch-senatorische Haltung eher einen Reflex auf die Vergangenheit darstellt.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In jüngerer Zeit wurde als Autor sogar <a href="Eusebius_von_Nantes" title="Eusebius von Nantes">Eusebius von Nantes</a> vorgeschlagen,<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> der von einigen Forschern als Verfasser der sogenannten <i><a href="Enmannsche_Kaisergeschichte" title="Enmannsche Kaisergeschichte">Enmannschen Kaisergeschichte</a></i> betrachtet wird.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Inhalt_und_Tendenz">Inhalt und Tendenz</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ursprünglicher_Umfang"><span id="Urspr.C3.BCnglicher_Umfang"></span>Ursprünglicher Umfang</h3></div>
<p>Die Viten für die Zeit zwischen 244 und 253 sind nicht überliefert, die Lebensbeschreibung <a href="Valerian" title="Valerian">Valerians</a> (253–260) ist nur fragmentarisch erhalten, ebenso fehlt ein Teil der Vita des <a href="Gallienus" title="Gallienus">Gallienus</a> (260–268). Im Allgemeinen wird angenommen, dass diese in beiden erhaltenen Handschriftenklassen auftretenden Textlücken auf einen gemeinsamen verstümmelten Archetyp zurückgehen müssen. In der Forschung wurde jedoch auch erwogen, dass diese Lücken vielleicht vom Verfasser der <i>Historia Augusta</i> beabsichtigt waren.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Unbekannt ist ferner, ob der Autor, um die Lücke zwischen seinen Viten und den Viten <a href="Sueton" title="Sueton">Suetons</a> zu füllen, auch die Regierungszeit der Kaiser <a href="Nerva" title="Nerva">Nerva</a> und <a href="Trajan" title="Trajan">Trajan</a> behandelt hat, da der Anfang der <i>Historia Augusta</i> vermutlich nicht erhalten ist: „Für antike Verhältnisse ist der Auftakt der Historia Augusta ohne thematische Einleitung oder ein widmendes Vorwort des Autors sehr abrupt“, so <a href="J%C3%B6rg_F%C3%BCndling" title="Jörg Fündling">Jörg Fündling</a>.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Vermutlich fehlen demnach mit dem Anfang des Werks das zu erwartende <a href="Pro%C3%B6mium" title="Proömium">Proömium</a> und die Viten Nervas, Trajans sowie des Usurpators <a href="Marcus_Cornelius_Nigrinus_Curiatius_Maternus" title="Marcus Cornelius Nigrinus Curiatius Maternus">Nigrinus</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Literaturgeschichtliche_Einordnung_und_formaler_Aufbau">Literaturgeschichtliche Einordnung und formaler Aufbau</h3></div>
<p>Mit den <i>Kaiserviten</i> Suetons begann Anfang des 2. Jahrhunderts eine Entwicklung, mit der im Westen des <i><a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Imperium Romanum</a></i> die traditionelle Form der Geschichtsschreibung, die in lateinischer Sprache mit den Werken des <a href="Tacitus" title="Tacitus">Tacitus</a> einen Höhepunkt erreicht hatte, zu Gunsten der biographischen Darstellungsweise zurückgedrängt wurde.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Während der griechischsprachige Osten eine regelrechte Renaissance erlebte und dort die klassische Historiographie gepflegt wurde,<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> knüpfte in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts <a href="Marius_Maximus" title="Marius Maximus">Marius Maximus</a> an Sueton an und führte die Kaiserbiographien bis <a href="Elagabal" title="Elagabal">Elagabal</a> fort. Die antike Biographik, die vor allem bemüht war, den „Charakter“ eines Menschen zu beschreiben, folgte dabei anderen Genreregeln als die Geschichtsschreibung und sollte daher sorgfältig von dieser unterschieden werden. Hatte schon Sueton in erheblichem Umfang neben verhältnismäßig zuverlässigen Quellen wie Akten und literarischen Darstellungen auch ungesicherte Anekdoten obskurer Provenienz berücksichtigt, soll ihn Marius Maximus diesbezüglich noch übertroffen haben. Mit Geschichtsschreibung im eigentlichen Sinne hatte dies alles wenig zu tun.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Noch im 4. Jahrhundert war das Werk des Maximus aber offenbar eine beliebte Lektüre unter den römischen Senatoren. <a href="Ammianus_Marcellinus" title="Ammianus Marcellinus">Ammianus Marcellinus</a>, der letzte große lateinische Geschichtsschreiber Roms, konnte den Lesern des Marius Maximus um 390 allerdings nur Verachtung entgegenbringen und bemerkte diesbezüglich: „Gelehrsamkeit scheuen einige wie das Gift, sind aber aufmerksame und eifrige Leser des <a href="Juvenal" title="Juvenal">Juvenal</a> und des Marius Maximus, während sie in ihrer bodenlosen Trägheit andere Bücher als diese nicht anrühren.“<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Autor der <i>Historia Augusta</i> kannte die Kaiserbiographien Suetons (wie auch die des Marius Maximus) und bemühte sich, dieses Werk, das mit der Biographie des Kaisers <a href="Domitian" title="Domitian">Domitian</a> endete, formal fortzusetzen. Das Grundschema ist demnach:
</p>
<ol><li>Vorgeschichte bis zur Thronbesteigung.</li>
<li>Regierungszeit und Persönlichkeit, ohne Trennung von öffentlichem und privatem Leben.</li>
<li>Tod, eventuelle Schmähungen oder Ehrungen.</li></ol>
<p>Allerdings wird das suetonische Darstellungsmuster (etwa was die chronologische und nach Eigenschaften unterteilte Gliederung betrifft) eher oberflächlich eingehalten; am engsten ist die Anlehnung in der <i><a href="Antoninus_Pius" title="Antoninus Pius">vita Pii</a></i> gegeben. Die Viten zeigen eine eindeutige <a href="Senatorische_Geschichtsschreibung" title="Senatorische Geschichtsschreibung">pro-senatorische Grundtendenz</a>, was etwa die Ablehnung von Kaisern betrifft, die durch das Militär erhoben wurden und nicht der senatorischen Führungsschicht entstammten bzw. eine gegen sie gerichtete Politik betrieben.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bemerkenswert ist, dass der Autor neben regulären Kaisern auch Usurpatoren und designierte Kaiser behandelte (die sogenannten <i>Nebenviten</i>).
</p><p>Der Stil der verschiedenen Viten wurde unter anderem auch mit Hilfe computergestützter Untersuchungen analysiert, doch sind die Befunde teils ambivalent bzw. widersprüchlich,<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> was möglicherweise auf die Kompilation des Quellenmaterials durch den Autor zurückzuführen ist. Die Unterschiede zwischen den Biographien werden oft als eher gering angesehen, wenngleich bei den Pollio und Vopiscus zugeschriebenen Viten rhetorische Elemente eine größere Rolle spielen.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In einer statistischen Untersuchung betonte jedoch <a href="Burkhard_Mei%C3%9Fner" title="Burkhard Meißner">Burkhard Meißner</a> den inkohärenten Charakter vieler Viten. Als Erklärung würde sich, so Meißner, anbieten, dass bei der Abfassung der <i>Historia Augusta</i> älteres Material vielfach nur oberflächlich verändert übernommen wurde.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Absicht_des_Verfassers">Absicht des Verfassers</h3></div>
<p>Immer wieder wurde in der Forschung nach dem <i><a href="Cui_bono" title="Cui bono">cui bono</a></i> gefragt – je mehr man sich mit der <i>Historia Augusta</i> beschäftigte, desto rätselhafter erschien die Absicht des Verfassers. Verbreitet ist die Ansicht, dass die Fiktion der sechs verschiedenen Autoren aus konstantinischer Zeit dazu diente, dem <a href="Anonymus" title="Anonymus">Anonymus</a> eine Kritik am Christentum zu ermöglichen, das um 390 endgültig zur Staatsreligion im <i>Imperium Romanum</i> geworden war, und explizit Toleranz von Seiten der christlichen Kaiser gegenüber den Heiden einzufordern. Tatsächlich stellt der Anonymus einige – keineswegs jedoch alle – heidnische Kaiser (wie <a href="Mark_Aurel" title="Mark Aurel">Mark Aurel</a>, <a href="Severus_Alexander" title="Severus Alexander">Severus Alexander</a> oder <a href="Aurelian" title="Aurelian">Aurelian</a>) teils als glänzende Vorbilder dar. Als Begründung wird in der Regel angenommen, dass der Verfasser mit diesem Stilmittel ein Kontrastbild zu den inzwischen christlichen Kaisern schaffen wollte.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Johannes Straub nannte das Werk eine „heidnische Geschichtsapologetik“ und meinte resümierend: „Die Historia Augusta ist eine Historia adversus Christianos“.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die zahlreichen Skandalgeschichten in den verschiedenen Viten lassen allerdings eine Bewertung der <i>Historia Augusta</i> als einer ausschließlichen Propagandaschrift wenigstens fraglich erscheinen. Schon Ernst Hohl bemerkte diesbezüglich: „Ein erbärmliches Machwerk ist und bleibt das Lügenbuch der sogenannten Scriptores, und wenn die Sache des Heidentums zu solchen Waffen greifen musste, dann hatte sie den Untergang verdient.“<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diesen Widerspruch hatte Straub in einer Studie aus dem Jahr 1952 dahingehend aufzulösen versucht, dass der Anonymus zwar eine heidnisch-senatorische Grundposition vertrat, in erster Linie aber die Absicht gehabt habe, zu unterhalten und nicht zu belehren. Gleichzeitig wollte er spielerisch und bisweilen auch scherzhaft seine Gelehrsamkeit unter Beweis stellen.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dafür würde unter anderem sprechen, dass den entsprechend vorgebildeten Lesern durchaus die Werke bekannt gewesen sein dürften, aus denen der Anonymus abgewandelte Zitate verwendete.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In anderen Fällen sind die Fiktionen recht offensichtlich und durchaus durchschaubar.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Tatsächlich setzen die zahlreichen literarischen Anspielungen in der <i>Historia Augusta</i> ein recht gebildetes Lesepublikum voraus;<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> das Werk wird vermutlich auch eher in einem kleineren Kreis zirkuliert sein, der sich für biographisch orientierte Werke interessierte.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Gegen eine hauptsächlich anti-christliche Tendenz spricht unter anderem, dass in der Vita des Severus Alexander auch dessen Toleranz gegenüber dem Christentum herausgestellt wird.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zwar mag dies so gedeutet werden, dass sich der Anonymus so einen Idealherrscher vorstellte (denn dazu wird Severus Alexander in der <i>Historia Augusta</i> gemacht, siehe unten). Ebenso gibt es in der <i>Historia Augusta</i> aber nur relativ wenige explizite Bezüge auf das Christentum – wobei keineswegs immer scharf polemisiert wird.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mehrere Forscher bestreiten daher auch die These einer anti-christlichen Tendenz in der <i>Historia Augusta</i>. Ronald Syme erklärte sogar, der anonyme Autor bekenne sich überhaupt nicht ernsthaft zum Heidentum.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Vielmehr wollte der Autor, der offenbar Wort- und Zahlenspiele liebte, nach Symes Meinung vor allem den (dementsprechend vorgebildeten) Leser humorvoll unterhalten, traditionelle Geschichtsschreibung und Biographiesammlungen durch die zahlreichen geschickten Fälschungen parodieren und dem Leser damit ein intellektuelles Vergnügen bereiten.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Alan_Cameron" title="Alan Cameron">Alan Cameron</a> hat bestritten, dass der Autor überhaupt eine spezielle Absicht bei der Abfassung des Werks verfolgt hat. Cameron zufolge wollte der Anonymus nur die Kaiserbiographien des Marius Maximus fortsetzen und sei eine eher frivole und ignorante Person gewesen, die ihren richtigen Namen nicht in einem Werk nennen wollte, das am Ende mehr aus Fiktion als aus Geschichte bestand.<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Welches Ziel der Anonymus, der sehr wahrscheinlich dem Umfeld der heidnischen Senatsaristokratie Roms zuzuordnen ist, letztendlich verfolgt hat, ist folglich nicht mit letzter Sicherheit zu ermitteln. Manches spricht allerdings dafür, dass man dem Verfasser des Werkes Unrecht tut, wenn man ihn einen „schlechten Geschichtsschreiber“ nennt. Viele Indizien deuten darauf hin, dass der Anonymus gar nicht die Absicht hatte, einen wahrheitsgetreuen Bericht zu bieten, sondern mit dem Leser ein literarisches Spiel treiben wollte und bewusst fiktive Details mitteilte.<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="„Schlechte_und_gute_Kaiser“_–_das_Gegensatzpaar_Elagabal_und_Severus_Alexander"><span id=".E2.80.9ESchlechte_und_gute_Kaiser.E2.80.9C_.E2.80.93_das_Gegensatzpaar_Elagabal_und_Severus_Alexander"></span>„Schlechte und gute Kaiser“ – das Gegensatzpaar Elagabal und Severus Alexander</h3></div>

<p>Gänzlich positive Darstellungen von Herrschern finden sich in der <i>Historia Augusta</i> nicht, sondern die Viten sind insgesamt von einer kaiserkritischen Haltung geprägt.<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auffallend ist aber die Absicht des Verfassers, einige wenige Kaiser (wie <a href="Mark_Aurel" title="Mark Aurel">Mark Aurel</a>) ungeachtet ihrer Schwächen als Vorbilder herauszustellen, gewissermaßen als Folie, vor der die meisten anderen möglichst düster erscheinen sollen. Diese Tendenz ist nicht immer offensichtlich erkennbar, tritt aber deutlich in der Darstellung der Kaiser <a href="Elagabal" title="Elagabal">Elagabal</a> (reg. 218–222) und <a href="Severus_Alexander" title="Severus Alexander">Severus Alexander</a> (reg. 222–235) zutage.
</p><p>Elagabal, dessen eigentlicher Name <i>Varius Avitus Bassianus</i> bzw. nach seinem Amtsantritt <i>Marcus Aurelius Antoninus</i> lautete, gelangte im Alter von nur 14 Jahren an die Macht. In der <i>Historia Augusta</i> wird er als der „letzte der <a href="Antonine" class="mw-redirect" title="Antonine">Antoninen</a>“ bezeichnet.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Seine Regierungszeit wird sowohl in den meisten Quellen (insbesondere dem Zeitzeugen <a href="Cassius_Dio" title="Cassius Dio">Cassius Dio</a> und <a href="Herodian" title="Herodian">Herodian</a>) als auch von modernen Althistorikern eher kritisch bewertet. Umstritten war besonders die Religionspolitik des Kaisers,<sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> doch auch sein Lebenswandel wurde teils scharf kritisiert (besonders in den pro-senatorischen Quellen, siehe etwa Cassius Dio). In der <i>Historia Augusta</i> wird dieses schon in frühen Quellen tradierte Bild noch pointierter ausgemalt.<sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Beinhaltet der erste Teil seiner Vita noch historisch nützliche Informationen, so wird Elagabal im zweiten Teil <a href="Topos_(Geisteswissenschaft)" title="Topos (Geisteswissenschaft)">topisch</a> als Lüstling, verrückter Tyrann und unmoralisch dargestellt.<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er habe die römischen Götter verachtet und sich nur weltlichen Genüssen und sexuellen Ausschweifungen hingegeben.<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Detailliert und fast schon genüsslich werden von dem Anonymus die Handlungen Elagabals beschrieben, die vor allem auf alle Sinnesfreuden ausgerichtet gewesen seien. Er habe sich etwa mit Prostituierten umgeben oder seine betrunkenen Freunde eingeschlossen und dann zahme Löwen und Bären in den Raum gelassen. Ganz in Seide sei der Kaiser gekleidet gewesen, was als orientalische Dekadenz betrachtet wurde. Seinen Gästen setzt er bisweilen allzu opulente Speisen vor. In einigen Fällen sind die übertriebenen Ausführungen auch als Anspielung zu verstehen; so ist etwa die Aussage, Elagabal habe einen „Frauensenat“ gebildet, als Anklage gegen den großen Einfluss der Frauen am Hof zu bewerten.<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Passend zu seinem ausschweifenden Lebenswandel wird das schmähliche Ende des Kaisers in der <i>Historia Augusta</i> beschrieben: Er wurde erschlagen, sein Leichnam durch die Straßen geschleift. Man wollte ihn angeblich in eine Kloake werfen, warf den Toten dann aber in den Tiber.<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<p>Als völliges Gegenteil Elagabals wird in der <i>Historia Augusta</i> sein Nachfolger <a href="Severus_Alexander" title="Severus Alexander">Severus Alexander</a> geschildert.<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Schon Cassius Dio, der unter Severus Alexander wirkte und von ihm begünstigt wurde, beschrieb ihn sehr positiv. Der Anonymus ging noch einen Schritt weiter: In der <i>Historia Augusta</i> wird Severus Alexander geradezu zu einem Idealkaiser stilisiert und bildet damit ein scharfes Kontrastbild zu Elagabal. Schon seine Geburt, die angeblich in einem Tempel stattfand (der bezeichnenderweise <a href="Alexander_der_Gro%C3%9Fe" title="Alexander der Große">Alexander dem Großen</a> gewidmet war), sei von himmlischen Vorzeichen begleitet worden.<sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Seine religiöse Toleranz (siehe oben) wird ebenso gewürdigt wie auch seine Frömmigkeit den traditionellen römischen Kulten gegenüber. Die Vita des Severus Alexander ist die längste in der <i>Historia Augusta</i> und stellt über weite Strecken eine einzige <a href="Panegyrikus" title="Panegyrikus">panegyrische</a> Lobpreisung des Kaisers dar, der als vorbildhaft beschrieben wird (wenn auch in Kapitel 64 Fehler des Kaisers aufgelistet werden). Habe er sich doch mit weisen Ratgebern umgeben, den Senat respektiert und stets im Einvernehmen mit ihm gehandelt.<sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Vita stellt damit in gewisser Weise eine Apologie dar. <a href="Jacob_Burckhardt" title="Jacob Burckhardt">Jacob Burckhardt</a> bemerkte dazu, dass Severus Alexander hier „wie ein wahrer Sankt Ludwig des Altertums“ erscheine.<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Folgerichtig redet der Anonymus militärische Niederlagen wie gegen die <a href="Sassanidenreich" title="Sassanidenreich">Sāsāniden</a> schön; den großen <a href="R%C3%B6mischer_Triumph" title="Römischer Triumph">Triumph</a> über die Perser, den die Vita schildert, hat es nach Ansicht von Forschern wie <a href="Werner_Eck" title="Werner Eck">Werner Eck</a> in Wahrheit nie gegeben. Dass dem Kaiser zusehends die Kontrolle entglitt, wird ebenso wenig deutlich.<sup id="cite_ref-49" class="reference"><a href="#cite_note-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als hauptsächliche Schwäche des Herrschers erscheint in der <i>Historia Augusta</i>, dass er sich nie von seiner Mutter habe emanzipieren können und dadurch unmännlich geblieben sei.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wahrheitsgehalt_der_Historia_Augusta">Wahrheitsgehalt der <i>Historia Augusta</i></h3></div>
<p>Die <i>Historia Augusta</i> steht in der Tradition der Kaiserbiographien Suetons, doch bereiten der Inhalt und die Tendenz der Viten der modernen Forschung erheblich mehr Probleme. Obwohl der Autor der <i>Historia Augusta</i> an verschiedenen Stellen Wahrheitsliebe einfordert, zeigt er in der Tradition Suetons eine äußerst ausgeprägte Neigung zu Klatsch und Anekdoten. Daher wird der Wahrheitsgehalt seiner Angaben von der Forschung oft als gering veranschlagt. Bisweilen nähert sich die <i>Historia Augusta</i> mit der Schilderung unglaubwürdiger Episoden auch der Romanliteratur an.<sup id="cite_ref-50" class="reference"><a href="#cite_note-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dazu passt, dass nachweislich keines der in der <i>Historia Augusta</i> zitierten Dokumente echt ist; eine Ausnahme stellt möglicherweise das <a href="Acta_senatus" title="Acta senatus">Senatsprotokoll</a> in der <i><a href="Commodus" title="Commodus">vita Commodi</a></i> (18f.) dar, doch ist auch dies nicht unumstritten. Alle zitierten Briefe gelten nach allgemeiner Forschungsmeinung als Fälschungen, die Reden sind ohnehin frei erdacht. Bei mehreren ansonsten nicht bezeugten Personennamen (die teilweise als „Quellen“ für die Darstellung des Anonymus genannt werden) liegt zudem die Vermutung einer bewussten Konstruktion nahe, wie im Fall des <a href="Aelius_Cordus" title="Aelius Cordus">Aelius (Junius) Cordus</a>, der mehrfach erwähnt wird, aber höchstwahrscheinlich fiktiv ist.<sup id="cite_ref-51" class="reference"><a href="#cite_note-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Insgesamt werden über 100 Personen nur in der <i>Historia Augusta</i> erwähnt und sind dementsprechend als Fiktionen verdächtig.<sup id="cite_ref-52" class="reference"><a href="#cite_note-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bei anderen Autoren ist diese Frage schwerer zu beantworten, wie etwa im Fall des <a href="Onasimos" title="Onasimos">Onasimos</a>. Teils werden auch bekannte Namen in den Viten verändert. Oft fällt es aufgrund der geschickten Manipulation schwer zu entscheiden, ob Darstellungen korrekt sind oder nicht.<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Um seine Darstellung zu verschleiern, beruft sich der Anonymus oft auf seine (angeblichen) Quellen, wie etwa auf <a href="Marius_Maximus" title="Marius Maximus">Marius Maximus</a>, den fiktiven Cordus oder Darstellungen aus der Ulpischen Bibliothek (Trajansbibliothek). Nicht selten wird eine Quelle aber auch nur genannt, um dann deren Aussage zu widersprechen, was eine Bewertung zusätzlich verkompliziert.
</p><p>Die Problematik einer Verwendung der <i>Historia Augusta</i> als historische Quelle liegt letztendlich darin begründet, dass der Wahrheitsgehalt einzelner Aussagen oft gar nicht geklärt werden kann. Die frühen Viten (bis Elagabal, ausgenommen die Vita des <a href="Macrinus" title="Macrinus">Macrinus</a> sowie die <i>Nebenviten</i> der Nebenkaiser und Usurpatoren) enthalten wichtiges Material, das auch durchaus aus guten Quellen stammt, wobei allerdings auch hier mehr oder weniger offensichtliche Falschinformationen mit eingeflochten wurden. Die Glaubwürdigkeit der Darstellung für die Kaiser des 3. Jahrhunderts nimmt gegenüber den frühen Viten allerdings weiter stark ab.<sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aber auch hier können sich inmitten falscher oder verzerrter Angaben zutreffende Informationen finden, die aus guten Quellen stammen – so etwa der Hinweis in der Vita von <a href="Pupienus" title="Pupienus">Maximus</a> und <a href="Balbinus" title="Balbinus">Balbinus</a>, die beiden <i>principes</i> hätten im <a href="Sechskaiserjahr" title="Sechskaiserjahr">Sechskaiserjahr</a> das Amt des <i><a href="Pontifex_Maximus" class="mw-redirect" title="Pontifex Maximus">Pontifex Maximus</a></i> gemeinsam bekleidet.<sup id="cite_ref-55" class="reference"><a href="#cite_note-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Manche Angaben in den Viten bestätigen sich bisweilen durch neuere Funde, so im Nachhinein zu den Germanienfeldzügen des <a href="Maximinus_Thrax" title="Maximinus Thrax">Maximinus Thrax</a> (siehe <a href="Harzhornereignis" title="Harzhornereignis">Harzhornereignis</a>).
</p><p>Auch in „schlechten“ Viten können mithin vereinzelt brauchbare Informationen enthalten sein, die sich allerdings oft nicht eindeutig von falschen Angaben unterscheiden lassen. Die Vita des <a href="Censorinus_(Gegenkaiser)" title="Censorinus (Gegenkaiser)">Censorinus</a> ist hingegen offenbar zur Gänze fiktiv, ebenso wie mehrere andere Viten der sogenannten <i><a href="Drei%C3%9Fig_Tyrannen_in_der_Historia_Augusta" title="Dreißig Tyrannen in der Historia Augusta">Dreißig Tyrannen</a></i> (dreißig Usurpatoren, die sich in der Zeit des Gallienus erhoben haben sollen); ähnlich ist der historische Wahrheitsgehalt etwa in der Vita des Kaisers <a href="Tacitus_(Kaiser)" title="Tacitus (Kaiser)">Tacitus</a> insgesamt sehr gering zu veranschlagen.<sup id="cite_ref-56" class="reference"><a href="#cite_note-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Es finden sich allgemein zahlreiche Anachronismen. So wird beispielsweise der Titel <i><a href="Vir_illustris" title="Vir illustris">vir illustris</a></i> erwähnt, der aber in dieser Form erst unter <a href="Valentinian_I." title="Valentinian I.">Valentinian I.</a> belegt ist. Auch andere Begriffe werden benutzt, die erst im späten 4. oder frühen 5. Jahrhundert in Gebrauch kamen.<sup id="cite_ref-57" class="reference"><a href="#cite_note-57"><span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mehrere <a href="Soldatenkaiser" title="Soldatenkaiser">Soldatenkaiser</a> in der Zeit der <a href="Reichskrise_des_3._Jahrhunderts" title="Reichskrise des 3. Jahrhunderts">Reichskrise des 3. Jahrhunderts</a> werden vom Autor schon aufgrund ihrer Herkunft sehr negativ betrachtet und oft topisch dargestellt. Hinzu kommen mehrere sachliche Fehler bzw. Irrtümer (wie auch schon in den frühen Viten). Überhaupt stellen die sogenannten <i>Nebenviten</i> ein spezielles Problem dar, da in ihnen in noch größerem Ausmaß Fiktives eingeflochten ist – wenngleich die Vita des <a href="Lucius_Verus" title="Lucius Verus">Lucius Verus</a> wertvolles Material enthält und daher von Syme nicht zu diesen gerechnet wurde.<sup id="cite_ref-58" class="reference"><a href="#cite_note-58"><span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Jörg Fündling resümiert: „Entgegen allen Erwartungen der Quellenkritik sinkt das Niveau der Viten, je <i>näher</i> sie der behaupteten Anfangszeit kommen, statt dass Detailreichtum und Zuverlässigkeit steigen; die mit der v.H [vita Hadriani] beginnenden Berichte zum 2. Jh. machen dagegen den als besonders wertvoll erkannten Teil des Corpus aus.“<sup id="cite_ref-59" class="reference"><a href="#cite_note-59"><span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Grundsätzlich sollte man alle Angaben, die nur in der <i>Historia Augusta</i> überliefert sind, stets mit größter Skepsis behandeln. Damit hat noch immer Mommsens Verdikt Gültigkeit:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„[…] [Man ist] bei dem Gebrauch des ebenso gefährlichen wie unentbehrlichen Buches in stetiger Verlegenheit und Unsicherheit.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card">Theodor Mommsen, in: Hermes 25 (1890), S. 281</span></div></div>
<p>Bereits Mommsen hatte daher einen umfassenden Kommentar eingefordert. Aber erst in den letzten Jahren erschienen mehrere Kommentare zu einzelnen Kaiserviten, weitere sind in Planung. Diese sowie die verschiedenen (zunächst in Bonn veranstalteten) Kolloquien von Fachgelehrten zur <i>Historia Augusta</i> sollen zukünftig eine bessere Beurteilung des Werks ermöglichen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Quellen_der_Historia_Augusta">Die Quellen der <i>Historia Augusta</i></h2></div>
<p>Für die frühen Kaiserviten (bis Elagabal) diente vermutlich das verlorene Werk des <a href="Marius_Maximus" title="Marius Maximus">Marius Maximus</a> als Hauptquelle. Marius Maximus verstand sich offenbar als Fortsetzer Suetons und verfasste im 3. Jahrhundert zwölf Biographien der Kaiser von Nerva bis Elagabal. Er wird mehrmals in den frühen Viten der <i>Historia Augusta</i> zitiert; in der Forschung werden in der Regel diese Viten als deutlich zuverlässiger als die späteren bewertet.<sup id="cite_ref-60" class="reference"><a href="#cite_note-60"><span class="cite-bracket">[</span>60<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Es muss freilich offenbleiben, ob der Name Marius Maximus bisweilen vielleicht auch nur eine Folie war, um eine bestimmte Quelle zu etikettieren; zumal die Viten des Marius Maximus nicht erhalten sind und ein Quervergleich daher nicht möglich ist. Marius Maximus scheint auch, den wenigen Fragmenten seines Werks nach zu urteilen, weitaus mehr als Sueton zu Abschweifungen geneigt zu haben. So sind denn auch Ronald Syme und später <a href="Timothy_D._Barnes" title="Timothy D. Barnes">Timothy D. Barnes</a> für einen anderen, unbekannten Autor als gute Hauptquelle in den frühen Viten eingetreten.<sup id="cite_ref-61" class="reference"><a href="#cite_note-61"><span class="cite-bracket">[</span>61<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dieser unbekannte Biograph (daher von Syme als <i>Ignotus</i> bezeichnet) sei Marius Maximus an Zuverlässigkeit überlegen gewesen und habe eine Biographiensammlung verfasst, die bis in die Zeit <a href="Caracalla" title="Caracalla">Caracallas</a> reichte. Von manchen Forschern wird dieser Ansatz akzeptiert, während er von anderen, darunter <a href="Anthony_Birley" class="mw-redirect" title="Anthony Birley">Anthony Birley</a>, abgelehnt wird.<sup id="cite_ref-62" class="reference"><a href="#cite_note-62"><span class="cite-bracket">[</span>62<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den frühen Viten (etwa der Hadriansvita)<sup id="cite_ref-63" class="reference"><a href="#cite_note-63"><span class="cite-bracket">[</span>63<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> finden sich wertvolle Informationen, die teilweise in literarischen Quellen keine Erwähnung finden, die aber etwa durch epigraphische Zeugnisse bestätigt werden. Dennoch müssen auch diese Viten mit entsprechender Vorsicht benutzt werden.
</p><p>Der Autor der <i>Historia Augusta</i> war offenbar ein gebildeter Mann, der sich nicht nur auf lateinische, sondern auch auf griechische Autoren stützte. So benutzte der Autor offenbar <a href="Herodian" title="Herodian">Herodian</a>, der eine (oft allerdings wenig zuverlässige) <i>Kaisergeschichte nach Marcus</i> verfasste (180 bis 238), und wohl auch die monumentale <i>Römische Geschichte</i> des <a href="Cassius_Dio" title="Cassius Dio">Cassius Dio</a>, der die Zeit bis 229 schilderte und den Herodian wenigstens teilweise heranzog. Eine mögliche Quelle stellt zudem der griechisch schreibende <a href="Asinius_Quadratus" title="Asinius Quadratus">Asinius Quadratus</a> dar. Für das 3. Jahrhundert diente sehr wahrscheinlich <a href="Publius_Herennius_Dexippus" title="Publius Herennius Dexippus">Dexippos</a> als Hauptquelle (vielleicht vermittelt über eine Zwischenquelle), daneben benutzte der Anonymus auch Material aus der (und nur indirekt belegten) <i><a href="Enmannsche_Kaisergeschichte" title="Enmannsche Kaisergeschichte">Enmannschen Kaisergeschichte</a></i>, auf die sich im 4. Jahrhundert mehrere <a href="Breviarium_(Geschichtswerk)" title="Breviarium (Geschichtswerk)">Breviarien</a> stützten. <a href="Eunapios_von_Sardes" title="Eunapios von Sardes">Eunapios von Sardes</a> hingegen wird heute nicht mehr als Hauptquelle für die späten Viten betrachtet.<sup id="cite_ref-64" class="reference"><a href="#cite_note-64"><span class="cite-bracket">[</span>64<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Aurelius_Victor" title="Aurelius Victor">Aurelius Victors</a> <i>Caesares</i> wurden ebenfalls benutzt, ebenso verwendete der Anonymus möglicherweise die Autobiographien der Kaiser <a href="Hadrian_(Kaiser)" title="Hadrian (Kaiser)">Hadrian</a> und <a href="Septimius_Severus" title="Septimius Severus">Septimius Severus</a>. Offen muss bleiben, ob die heute vollständig verlorenen <i>Annales</i> des <a href="Virius_Nicomachus_Flavianus" title="Virius Nicomachus Flavianus">Virius Nicomachus Flavianus</a> herangezogen wurden, doch spricht viel dafür, dass zumindest ein ähnliches Werk senatorischer Prägung vom Anonymus in den späten Viten verarbeitet wurde.
</p><p>Syme und anderen Forschern zufolge zog der Verfasser auch das Geschichtswerk des <a href="Ammianus_Marcellinus" title="Ammianus Marcellinus">Ammianus Marcellinus</a> heran, zumindest literarische Bezüge sind diesbezüglich klar erkennbar.<sup id="cite_ref-65" class="reference"><a href="#cite_note-65"><span class="cite-bracket">[</span>65<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der älteren Forschung wurde zudem der heute als gescheitert anzusehende Versuch unternommen, einen Autor zu rekonstruieren, der in den frühen Viten als Quelle gedient und ein annalistisches Geschichtswerk verfasst hat, also keine Biographien schrieb.<sup id="cite_ref-66" class="reference"><a href="#cite_note-66"><span class="cite-bracket">[</span>66<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>David Rohrbacher geht davon aus, dass sich der Autor der <i>Historia Augusta</i> primär auf die <i>Enmannsche Kaisergeschichte</i> und die entsprechenden Breviarien gestützt hat. Dieses Gerüst habe er mit Informationen aus den Biographien des Marius Maximus, der Kaisergeschichte Herodians und der Chronik des Dexippos angereichert. Hinzu kam eine unbekannte spätantike Quelle, deren Schilderungen Ähnlichkeiten mit anderen Werken aufweist (wie <a href="Zosimos" title="Zosimos">Zosimos</a> und <a href="Johannes_Zonaras" title="Johannes Zonaras">Johannes Zonaras</a>).<sup id="cite_ref-67" class="reference"><a href="#cite_note-67"><span class="cite-bracket">[</span>67<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Datierung">Datierung</h2></div>
<p>Im Anschluss an die These Dessaus geht der Großteil der modernen Forschung davon aus, dass der Verfasser des Textes das erst um 360 entstandene Werk <i>Caesares</i> des <a href="Aurelius_Victor" title="Aurelius Victor">Aurelius Victor</a> kannte und benutzt hat (etwa in der Vita des <a href="Septimius_Severus" title="Septimius Severus">Septimius Severus</a>), während die frühesten sicher bezeugten Anspielungen auf die <i>Historia Augusta</i> aus dem frühen 6. Jahrhundert stammen: Sie finden sich bei <a href="Jordanes" title="Jordanes">Jordanes</a>,<sup id="cite_ref-68" class="reference"><a href="#cite_note-68"><span class="cite-bracket">[</span>68<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> der sie aus der (heute verlorenen) <i>Historia Romana</i> des <a href="Quintus_Aurelius_Memmius_Symmachus" title="Quintus Aurelius Memmius Symmachus">jüngeren Symmachus</a> übernommen zu haben scheint. Damit ist auch der mögliche Entstehungszeitraum der <i>Historia Augusta</i> abgesteckt, eine präzisere Datierung wird jedoch durch die Frage verkompliziert, welche Ziele der Anonymus mit seiner Schrift verfolgt hat bzw. wie die diversen Hinweise auf Bezüge aus dem 4./5. Jahrhundert (z.&nbsp;B. von Gesetzestexten) zu deuten sind.
</p>

<p><a href="Norman_H._Baynes" class="mw-redirect" title="Norman H. Baynes">Norman H. Baynes</a> dachte an eine Entstehung in der Regierungszeit Kaiser <a href="Julian_(Kaiser)" title="Julian (Kaiser)">Julians</a>, wobei die <i>Historia Augusta</i> im Zusammenhang mit Julians „heidnischer Restauration“ den Interessen des Kaisers dienen sollte; in diesem Kontext spiegele der „Idealkaiser“ Severus Alexander Facetten der Persönlichkeit Julians wider (insofern man den julianfreundlichen Quellen Glauben schenkt).<sup id="cite_ref-69" class="reference"><a href="#cite_note-69"><span class="cite-bracket">[</span>69<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der neueren Forschung wird allerdings, auch aufgrund inhaltlicher Anspielungen, meist eine Datierung kurz nach dem Tod des Kaisers <a href="Theodosius_I." title="Theodosius I.">Theodosius I.</a> im Jahr 395 erwogen bzw. für das frühe 5. Jahrhundert plädiert. Ronald Syme nahm auch an, dass der Anonymus das Werk des <a href="Ammianus_Marcellinus" title="Ammianus Marcellinus">Ammianus Marcellinus</a> benutzt hat und datierte daher die Abfassungszeit um oder kurz nach 395.<sup id="cite_ref-70" class="reference"><a href="#cite_note-70"><span class="cite-bracket">[</span>70<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Demgegenüber vertrat in jüngerer Zeit <a href="Adolf_Lippold" title="Adolf Lippold">Adolf Lippold</a> wieder die Ansicht, man könne einen einzigen, um 330 wirkenden heidnischen Autor bzw. Redaktor annehmen, womit er sich aber nicht durchsetzen konnte.<sup id="cite_ref-71" class="reference"><a href="#cite_note-71"><span class="cite-bracket">[</span>71<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die derzeitige <i>communis opinio</i> geht davon aus, dass der Autor die Viten wohl am Ende des 4. bzw. zu Beginn des 5. Jahrhunderts verfasste und kein Christ war. Diese Theorie dominiert heute die Forschung, wenngleich hinsichtlich der Absicht des Anonymus divergierende Forschungsmeinungen existieren (siehe den vorherigen Abschnitt „<a href="#Inhalt_und_Tendenz">Inhalt und Tendenz</a>“). Es gibt aber vereinzelt auch Ansätze zu einer Spätdatierung auf die Zeit um 500.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Überlieferungsgeschichte"><span id=".C3.9Cberlieferungsgeschichte"></span>Überlieferungsgeschichte</h2></div>
<p>Das Werk war im <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> offenbar kaum bekannt, wenngleich es etwa in <a href="Karolinger" title="Karolinger">karolingischer Zeit</a> und dann wieder im 12. Jahrhundert wohl durchaus gelesen wurde.<sup id="cite_ref-72" class="reference"><a href="#cite_note-72"><span class="cite-bracket">[</span>72<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im <a href="Humanismus" title="Humanismus">Frühhumanismus</a> wurde es aber oft herangezogen und entfaltete auf diese Weise eine nicht unerhebliche Wirkung. Die Überlieferung hängt von zwei Handschriftenklassen ab. Bei der einen handelt es sich um eine Handschrift des <a href="Kloster_Lorsch" title="Kloster Lorsch">Klosters Lorsch</a> (<i>BAV, Codex Palatinus Latinus 899</i>, genannt P, geschrieben in der 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts wohl in Oberitalien),<sup id="cite_ref-73" class="reference"><a href="#cite_note-73"><span class="cite-bracket">[</span>73<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> von der mehrere spätere Handschriften abhängen.
</p><p>Daneben existiert eine zweite Klasse, die sogenannten Σ-Handschriften aus dem frühen 14. Jahrhundert, die im Vergleich zu P eine ganze Reihe von Textumstellungen bieten, stellenweise aber von P abweichende Lesarten sowohl aus der mit P gemeinsamen Vorlage als wohl auch aus einer weiteren verlorenen Handschrift bewahrt haben und deswegen trotz ihrer späten Zeitstellung neben P für die <a href="Textkritik" title="Textkritik">Textkonstitution</a> von Bedeutung sind. Da der fehler- und lückenhafte <a href="Kodex" title="Kodex">Codex</a> P intensiv von Korrekturhänden bearbeitet wurde, von denen eine (Pb) nicht nur auf die Vorlage von P, sondern auf eine weitere verlorene Handschrift Zugriff hatte, kommt diesen <a href="Textkritik" title="Textkritik">Lesarten</a> im Einzelfall ebenfalls Bedeutung für die Textkonstitution zu. Zur Feststellung der ursprünglichen Lesart von P, die oft nicht mehr erkennbar ist, muss ferner auf eine frühe Abschrift von P, den um 830 im <a href="Kloster_Fulda" title="Kloster Fulda">Kloster Fulda</a> in <a href="Insulare_Schriften" title="Insulare Schriften">insularer Minuskel</a> geschriebenen Codex <a href="Staatsbibliothek_Bamberg" title="Staatsbibliothek Bamberg">Bamberg, Staatsbibliothek</a>, Class. 54 zurückgegriffen werden.<sup id="cite_ref-74" class="reference"><a href="#cite_note-74"><span class="cite-bracket">[</span>74<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Anfang des Werks ist vermutlich verloren, ebenfalls die Viten zwischen 244 und 253, lediglich fragmentarisch ist die Vita Valerians überliefert, auch ein Teil der Vita des Gallienus ist verloren (siehe oben im Kapitel <i>Ursprünglicher Umfang</i>). Die Handschriften gehen offenbar über eine aus der Zeit der <a href="Karolingische_Renaissance" title="Karolingische Renaissance">karolingischen Renaissance</a> stammende Vorlage von P auf eine spätantike <a href="Unziale" title="Unziale">Unzialhandschrift</a> als Archetyp zurück.<sup id="cite_ref-75" class="reference"><a href="#cite_note-75"><span class="cite-bracket">[</span>75<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die von dem Humanisten Bonus Accursius aus Pisa<sup id="cite_ref-76" class="reference"><a href="#cite_note-76"><span class="cite-bracket">[</span>76<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> herausgegebene <i><a href="Editio_princeps" class="mw-redirect" title="Editio princeps">editio princeps</a></i> erschien 1475 in Mailand im zweiten Band einer unter dem Titel <i>IN HOC CODICE CONTINENTVR CAIUS SUETONIVS TRANQVILLVS DE .XII. CAESARIBVS. AELIVS SPARTIANVS. IVLIVS CAPITOLINVS. AELIVS LAMPRIDIVS. TREVELLIVS POLLIO. FLAVIVS VOPISCVS. EVTROPIVUS. ET PAVLVS DIACONVS. DE REGVM AC IMPERATORVM ROMANORVM VITA.</i> (Bd. 1, fol. 5 v) erschienenen Ausgabe von Quellenautoren zur römischen Kaisergeschichte unter dem Werktitel: <i>IN HOC CODICE CONTINENTVR VITAE DIVERSORVM PRINCIPVM ET TYRANNORUM A DIVO HADRIANO VSQUE AD NVMERIANVM A DIVERSIS SCRIPTORIBVS COMPOSITAE.</i> (Bd. 2, fol. 5r).<sup id="cite_ref-77" class="reference"><a href="#cite_note-77"><span class="cite-bracket">[</span>77<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Druck geht auf die Handschrift Rom (Vaticanstadt), BAV, Vat. lat. 5301 der Handschriftenklasse P zurück. Eine separate Werkausgabe gab Casaubonus 1603 heraus,<sup id="cite_ref-78" class="reference"><a href="#cite_note-78"><span class="cite-bracket">[</span>78<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> auf die der üblich gewordene Werktitel zurückgeht, den er aufgrund der <i><a href="Tacitus_(Kaiser)" title="Tacitus (Kaiser)">Vita Taciti</a></i> 10, 3 konzipierte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ausgaben/Übersetzungen"><span id="Ausgaben.2F.C3.9Cbersetzungen"></span>Ausgaben/Übersetzungen</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ausgaben">Ausgaben</h3></div>
<ul><li><a href="Ernst_Hohl" title="Ernst Hohl">Ernst Hohl</a> (Hrsg.): <i>Scriptores Historiae Augustae</i>. 2 Bände, Teubner, Leipzig 1927 (Nachdrucke 1955, 1965).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Übersetzungen"><span id=".C3.9Cbersetzungen"></span>Übersetzungen</h3></div>
<ul><li>Ernst Hohl (Übersetzung und Einleitung), <a href="Johannes_Straub" title="Johannes Straub">Johannes Straub</a> (Vorwort), Elke Merten und Alfons Rösger (Kommentar): <i>Historia Augusta. Römische Herrschergestalten</i>. 2 Bde.
<ul><li>Band 1, Artemis, Zürich und München 1976, ISBN 3-7608-3568-6 (deutsche Übersetzung mit ausführlicher Einleitung und einem nützlichen Kurzkommentar).</li>
<li>Band 2, Artemis, Zürich und München 1985, ISBN 3-7608-3637-2.</li></ul></li>
<li><a href="Anthony_R._Birley" title="Anthony R. Birley">Anthony R. Birley</a> (Herausgeber und Übersetzer): <i>Lives of the Later Caesars: the first part of the Augustan history</i>. Penguin, London u.&nbsp;a. 1976, ISBN 978-0-14-044308-0 (mehrere Nachdrucke; engl. Übersetzung der Viten bis Elagabal).</li>
<li><a href="Andr%C3%A9_Chastagnol" title="André Chastagnol">André Chastagnol</a> (Herausgeber und Übersetzer): <i>Histoire Auguste</i>. Robert Laffont, Paris 1994, ISBN 2-221-05734-1 (zweisprachige Ausgabe lateinisch/französisch mit ausführlicher Einleitung und Kommentaren).</li>
<li><a href="David_Magie" title="David Magie">David Magie</a> (Herausgeber und Übersetzer): <i>Scriptores Historiae Augustae</i>. 3 Bde., Harvard University Press/Heinemann, Cambridge/Mass. und London 1967 (zuerst 1921ff.; zweisprachige Ausgabe lateinisch/englisch in der Sammlung <i><a href="Loeb_Classical_Library" title="Loeb Classical Library">Loeb Classical Library</a></i>; <a rel="nofollow" class="external text" href="http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Historia_Augusta/home.html">online</a> bei <a href="LacusCurtius" title="LacusCurtius">LacusCurtius</a>).
<ul><li>David Magie, David Rohrbacher: <i>Historia Augusta.</i> 3 Bände. Cambridge/Mass. 2022 (überarbeitete Übersetzung Magies mit neuer Einleitung und neuen Anmerkungen von Rohrbacher).</li></ul></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Andreas_Alf%C3%B6ldi" title="Andreas Alföldi">Andreas Alföldi</a>, <a href="Johannes_Straub" title="Johannes Straub">Johannes Straub</a> (Hrsg.): <i><a href="Antiquitas" title="Antiquitas">Antiquitas</a>. Reihe 4. Beiträge zur Historia-Augusta-Forschung.</i> Habelt, Bonn 1964ff. (wichtige Sammlung von Aufsätzen).</li>
<li><a href="Timothy_D._Barnes" title="Timothy D. Barnes">Timothy D. Barnes</a>: <i>The Sources of the Historia Augusta.</i> Latomus, Brüssel 1978, ISBN 2-87031-005-6.</li>
<li>Jean-Denis Berger, Jacques Fontaine, Peter Lebrecht Schmidt (Hrsg.): <i>Handbuch der lateinischen Literatur der Antike. Die Literatur im Zeitalter des Theodosius (374–430 n. Chr.). Erster Teil: Fachprosa, Dichtung, Kunstprosa.</i> Beck, München 2020, ISBN 978-3406346873, S. 643 ff.</li>
<li>Giorgio Bonamente u. a. (Hrsg.): <i>Historiae Augustae Colloquia. Nova series</i>. Edipuglia, Bari 1991ff. (Publikation der Ergebnisse der neueren Kolloquien mit aktueller Literatur).</li>
<li><a href="Hermann_Dessau" title="Hermann Dessau">Hermann Dessau</a>: <i>Über Zeit und Persönlichkeït der Scriptores historiae Augustae.</i> In: <i><a href="Hermes_(Zeitschrift)" title="Hermes (Zeitschrift)">Hermes</a></i> 24, 1889, S. 337–392 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://visualiseur.bnf.fr/Visualiseur?Destination=Gallica&amp;O=NUMM-55030">online bei Gallica</a>).</li>
<li><a href="Albrecht_Dihle" title="Albrecht Dihle">Albrecht Dihle</a>: <i>Die Entstehung der historischen Biographie</i> (= <i>Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse.</i> 1986,3). Winter, Heidelberg 1987, ISBN 3-533-03869-6, bes. S. 34–36; S. 78–80.</li>
<li>Jörg Fünding: <i>Kommentar zur Vita Hadriani der Historia Augusta</i> (Antiquitas. Reihe 4, Beiträge zur Historia-Augusta-Forschung. Ser. 3, Kommentare). Habelt, Bonn 2005. ISBN 3-7749-3390-1</li>
<li><a href="Klaus-Peter_Johne" title="Klaus-Peter Johne">Klaus-Peter Johne</a>: <i>Kaiserbiographie und Senatsaristokratie. Untersuchungen zur Datierung und sozialen Herkunft der Historia Augusta</i>. Akademie Verlag, Berlin 1976.</li>
<li>Klaus-Peter Johne: <i>Zum Geschichtsbild in der Historia Augusta.</i> In: <i><a href="Klio_(Zeitschrift)" title="Klio (Zeitschrift)">Klio</a></i> 66, 1984, S. 631–640.</li>
<li><a href="Adolf_Lippold" title="Adolf Lippold">Adolf Lippold</a>: <i>Die Historia Augusta. Eine Sammlung römischer Kaiserviten aus der Zeit Konstantins</i>. Steiner, Stuttgart 1998, ISBN 3-515-07272-1.</li>
<li>David Rohrbacher: <i>The Play of Allusion in the Historia Augusta.</i> The University of Wisconsin Press, Madison (Wisconsin) 2016, ISBN 978-0-299-30600-7.</li>
<li>Andrea Scheithauer: <i>Kaiserbild und literarisches Programm. Untersuchungen zur Tendenz der Historia Augusta</i>. Lang, Frankfurt a. M. 1987, ISBN 3-8204-9927-X.</li>
<li><a href="Ronald_Syme" title="Ronald Syme">Ronald Syme</a>: <i>Ammianus and the Historia Augusta.</i> Clarendon Press, Oxford 1968.</li>
<li>Ronald Syme: <i>Emperors and Biography. Studies in the Historia Augusta</i>. Clarendon Press, Oxford 1971.</li>
<li>Ronald Syme: <i>Historia Augusta Papers.</i> Clarendon Press, Oxford 1983, ISBN 0-19-814853-4.</li>
<li>Mark Thomson: <i>Studies in the Historia Augusta.</i> Latomus, Brüssel 2012, ISBN 978-2-87031-278-0.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<p><b>Text</b>
</p>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Historia_Augusta/home.html">Bill Thayer</a> (Text der Ausgabe Loeb Classical Library 1921, englisch und lateinisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.hs-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost05/HistoriaAugusta/hia_intr.html">Bibliotheca Augustana</a> und <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.thelatinlibrary.com/sha.html">Latin Library</a> (jeweils Text der Ausgabe Scriptores Historiae Augustae, hrsg. E. Hohl, Leipzig 1927/55, digitalisiert von Jean-Luc Brazeau, Montreal; Ausgabe der Bibl. Aug. mit Überarbeitungen von Ulrich Harsch)</li>
<li><a class="external text" href="https://la.wikisource.org/wiki/Historia_Augusta">Wikisource</a> (lateinisch, unvollständig)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://remacle.org/bloodwolf/historiens/histaug/index.htm">Histoire Auguste</a>, französische Übersetzung von Philippe Remacle, Paris 1844–47; teils auch als <a rel="nofollow" class="external text" href="http://agoraclass.fltr.ucl.ac.be/concordances/intro.htm#histoire_auguste">textlinguistisch aufbereitete Ausgabe</a> mit zweisprachiger Textansicht u. a., in: Itinera Electronica, Löwen 2008</li></ul>
<p><b>Literatur</b>
</p>
<ul><li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20070712072920/http://user.let.kun.nl/~m.v.d.poel/bibliografie/scripthistaug.htm">Weitere Literatur</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 12. Juli 2007 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=040250946">Literatur von und über Historia Augusta</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Digitalisat <a rel="nofollow" class="external text" href="https://digi.vatlib.it/view/MSS_Pal.lat.899">auf den Seiten</a> der <a href="Bibliotheca_Apostolica_Vaticana" class="mw-redirect" title="Bibliotheca Apostolica Vaticana">Bibliotheca Apostolica Vaticana</a> sowie im Projekt <a rel="nofollow" class="external text" href="https://doi.org/10.11588/diglit.8526"><i>Bibliotheca Palatina – digital</i></a> der <a href="Universit%C3%A4tsbibliothek_Heidelberg" title="Universitätsbibliothek Heidelberg">Universitätsbibliothek Heidelberg</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Hermann Dessau: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.digizeitschriften.de/dms/img/?PPN=PPN509862098_0024&amp;DMDID=dmdlog38">Über Zeit und Persönlichkeit der Scriptores historiae Augustae</a></i>. In: <i><a href="Hermes_(Zeitschrift)" title="Hermes (Zeitschrift)">Hermes</a>.</i> Band 24, 1889, S. 337–392.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Siehe Theodor Mommsen: <i>Die Scriptores Historiae Augustae</i>. In: <i>Hermes.</i> Band 25, 1890, S. 228–292 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.digizeitschriften.de/dms/img/?PPN=PPN509862098_0025&amp;DMDID=dmdlog30">online</a> bei <a href="DigiZeitschriften" title="DigiZeitschriften">DigiZeitschriften</a>).</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Arnaldo Momigliano: <i>An Unsolved Problem of Historical Forgery: the Scriptores Historiae Augustae</i>. In: <i>Journal of the Warburg and Courtauld Institutes.</i> Band 17, 1954, S. 22ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Forschungsüberblick bei Johne, <i>Kaiserbiographie und Senatsaristokratie</i>, S. 11ff. Vgl. zusammenfassend auch Klaus-Peter Johne: <i>Historia Augusta</i>, in: <i><a href="Der_Neue_Pauly" title="Der Neue Pauly">Der Neue Pauly</a></i>, Bd. 5 (1998), Sp. 637–640. Eine nicht unwichtige Ausnahme stellt <a href="Adolf_Lippold" title="Adolf Lippold">Adolf Lippold</a> dar, der im Anschluss an Mommsens Hypothese an einer Erstellung in konstantinischer Zeit festhielt, siehe die Ausführungen im Abschnitt Datierung.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Markus Sehlmeyer: <i>Ernst Hohl und die Historia Augusta.</i> In: Markus Sehlmeyer, Uwe Walter, <i>Unberührt von jedem Umbruch? Der Althistoriker Ernst Hohl zwischen Kaiserreich und früher DDR.</i> Heidelberg 2005, S. 69–87.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Johne, <i>Kaiserbiographie und Senatsaristokratie</i>, S. 105ff.; zur stadtrömischen Tendenz siehe auch ebd., S. 148ff. Eine genauere Charakterisierung versuchte etwa Syme, <i>Ammianus and the Historia Augusta</i>, S. 176ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Johne, <i>Kaiserbiographie und Senatsaristokratie</i>, S. 141ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Zitat aus der <i>Vita Aureliani</i> 2,2. Vgl. dazu auch Syme, <i>Ammianus and the Historia Augusta</i>, S. 2f., 192f.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. dazu Syme, <i>Ammianus and the Historia Augusta</i>, S. 110f.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Siehe die Beiträge in <a href="Hartwin_Brandt" title="Hartwin Brandt">Hartwin Brandt</a>, Giorgio Bonamente (Hrsg.): <i>Historiae Augustae Colloquium Bambergense (HAC X). Atti dei Convegni sulla Historia Augusta</i>. Bari 2007, S. 183ff. (Festy), S. 305ff. (Ratti).</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Peter_Lebrecht_Schmidt" title="Peter Lebrecht Schmidt">Peter Lebrecht Schmidt</a>, siehe Markus Sehlmeyer: <i>Geschichtsbilder für Pagane und Christen: Res Romanae in den spätantiken Breviarien</i>. Berlin 2009, S. 303f.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Anthony R. Birley: <i>The lacuna in the Historia Augusta</i>, in: <i>Historia-Augusta-Colloquium 1972/74</i>. Bonn 1976, S. 55ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Jörg Fündling: <i>Kommentar zur Vita Hadriani der Historia Augusta</i>. 2 Bände, Habelt, Bonn 2006, ISBN 978-3-7749-3390-3 (= Antiquitas. Reihe 4: Beiträge zur Historia-Augusta-Forschung. Serie 3: Kommentare; Bd. 4.1), S.&nbsp;10. Siehe dazu auch Karl-Heinz Stubenrauch: <i>Kompositionsprobleme der Historia Augusta</i>. Dissertation, Göttingen 1982.</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Albrecht Dihle: <i>Die Entstehung der historischen Biographie.</i> Heidelberg 1987, bes. S. 34–36; S. 78–80; Albrecht Dihle: <i>Die griechische und lateinische Literatur der Kaiserzeit. Von Augustus bis Diokletian</i>. München 1989, S. 355–359, bes. S. 355f.; S. 483–493, bes. S. 485–489.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Im 2. Jahrhundert verfassten unter anderem <a href="Appian" title="Appian">Appianos</a> und <a href="Arrian" title="Arrian">Arrianos</a>, im 3. Jahrhundert <a href="Cassius_Dio" title="Cassius Dio">Cassius Dio</a>, <a href="Herodian" title="Herodian">Herodianos</a> sowie <a href="Publius_Herennius_Dexippus" title="Publius Herennius Dexippus">Dexippos</a> Geschichtswerke in der klassischen Tradition.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Einen allgemeinen Überblick bietet <a href="Michael_von_Albrecht" title="Michael von Albrecht">Michael von Albrecht</a>: <i>Geschichte der römischen Literatur</i>. Bd. 2, 3. Aufl. München 2003, S. 1087ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Ammian 28,4,14; Übersetzung von Otto Veh (<i>Das römische Weltreich vor dem Untergang</i>. Zürich-München 1974). <br> Ammianus, selbst eigentlich Grieche, verfasste um 395 noch einmal ein umfassendes lateinisches Geschichtswerk, nachdem die lateinische Historiographie sich nach Tacitus offenbar höchstens noch auf die Abfassung knapper Geschichtsabrisse, sogenannter <a href="Breviarium_(Geschichtswerk)" title="Breviarium (Geschichtswerk)">Breviarien</a>, verlegt hatte. Doch fand Ammianus keinen ebenbürtigen Fortsetzer mehr, jedenfalls keinen, der uns erhalten wäre. Ammianus wurde so etwa von <a href="Sulpicius_Alexander" title="Sulpicius Alexander">Sulpicius Alexander</a> fortgesetzt, doch sind dessen <i>Historien</i> ebenso wenig erhalten wie die anderen lateinischen Geschichtswerke in der klassischen Tradition, die im 5./6. Jahrhundert entstanden sind, wie das Werk des jüngeren Symmachus. Die Tradition der klassischen Historiographie erlosch im Westen im frühen 6. Jahrhundert, während sie im griechischen Osten noch bis ins frühe 7. Jahrhundert fortdauerte.</span>
</li>
<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. allgemein Johne, <i>Kaiserbiographie und Senatsaristokratie</i>, speziell S. 66ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text">So deutet die Untersuchung von P. J. Gurney und L. W. Gurney: <i>Authorship attribution in the Scriptores Historiae Augustae</i>, in: <i>Literary and Linguistic Computing</i> 13, No 3 (1998), S. 133–140, auf mehr als einen Autor hin. Dagegen bestätigen andere Studien, dass das Werk von nur einem Autor stammt; siehe beispielsweise Ian Marriott: <i>The Authorship of the Historia Augusta: Two Computer Studies</i>, in: <i><a href="Journal_of_Roman_Studies" class="mw-redirect" title="Journal of Roman Studies">Journal of Roman Studies</a></i> 69 (1979), S. 65–77. Marriotts Methoden wurden von <a href="David_Sansone" title="David Sansone">David Sansone</a> kritisiert, doch teilt auch er die Ansicht, dass das Werk von einem Autor verfasst wurde (David Sansone: <i>The Computer and the Historia Augusta: A Note on Marriott</i>, in: <i>Journal of Roman Studies</i> 80 (1990), S. 174–177).</span>
</li>
<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text">So etwa Michael von Albrecht, <i>Geschichte der römischen Literatur</i>, Bd. 2, S. 1103.</span>
</li>
<li id="cite_note-22"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-22">↑</a></span> <span class="reference-text">Burkhard Meißner: <i>Computergestützte Untersuchungen zur stilischen Einheitlichkeit der Historia Augusta</i>, in: Giorgio Bonamente, <a href="Klaus_Rosen" title="Klaus Rosen">Klaus Rosen</a> (Hrsg.): <i>Historiae Augustae Colloquium Bonnense</i>. Bari 1997, S. 175–215 (mit weiterer Literatur), zusammenfassend S. 214f.</span>
</li>
<li id="cite_note-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-23">↑</a></span> <span class="reference-text">Knapper Überblick bei Adolf Lippold: <i>Historia Augusta</i>, in: <i><a href="Reallexikon_f%C3%BCr_Antike_und_Christentum" title="Reallexikon für Antike und Christentum">Reallexikon für Antike und Christentum</a></i> 15 (1991), Sp. 687–723, hier Sp. 690–695.</span>
</li>
<li id="cite_note-24"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-24">↑</a></span> <span class="reference-text">Johannes Straub: <i>Heidnische Geschichtsapologetik in der christlichen Spätantike</i>. Bonn 1963, Zitat S. 188. Gegen Straub vgl. die Ausführungen bei Syme, <i>Ammianus and the Historia Augusta</i>, S. 137ff. sowie bei <a href="Alan_Cameron" title="Alan Cameron">Alan Cameron</a>, Rezension zu Straub in: <i>Journal of Roman Studies</i> 55 (1965), S. 240ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-25"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-25">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Hohl: <i>Über den Ursprung der Historia Augusta</i>, in: <i>Hermes</i> 55 (1920), S. 296–310, Zitat S. 310.</span>
</li>
<li id="cite_note-26"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-26">↑</a></span> <span class="reference-text">Johannes Straub: <i>Studien zur Historia Augusta</i>. Bern 1952, S. 15. Etwas anders Straub, <i>Heidnische Geschichtsapologetik in der christlichen Spätantike</i>, S. 187, wo Straub als Ziel des Anonymus „Unterhaltung und Belehrung“ annahm.</span>
</li>
<li id="cite_note-27"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-27">↑</a></span> <span class="reference-text">Straub, <i>Vorwort</i>, in: Hohl, <i>Römische Herrschergestalten</i>, Bd. 1, S. XII.</span>
</li>
<li id="cite_note-28"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-28">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Straub, <i>Vorwort</i>, in: Hohl, <i>Römische Herrschergestalten</i>, Bd. 1, S. XVIIIf.</span>
</li>
<li id="cite_note-29"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-29">↑</a></span> <span class="reference-text">David Rohrbacher: <i>The Play of Allusion in the Historia Augusta.</i> Madison (Wisconsin) 2016, S. 16ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-30"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-30">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. David Rohrbacher: <i>The Play of Allusion in the Historia Augusta.</i> Madison (Wisconsin) 2016, S. 85f.</span>
</li>
<li id="cite_note-31"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-31">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <i>vita Alexandri Severi</i> 22,4; 29,2; 43,6f.</span>
</li>
<li id="cite_note-32"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-32">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. dazu auch Peter Kuhlmann: <i>Religion und Erinnerung. Die Religionspolitik Kaiser Hadrians und ihre Rezeption in der antiken Literatur</i>. Göttingen 2002, speziell S. 99f.</span>
</li>
<li id="cite_note-33"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-33">↑</a></span> <span class="reference-text">Syme, <i>Ammianus and the Historia Augusta</i>, S. 140: „Nothing demonstrates a pagan of sincere faith.“ Das Interesse des Anonymus an Tempeln und Rituale entspringe vielmehr anderen Interessen, etwa einem antiquarischen.</span>
</li>
<li id="cite_note-34"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-34">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. etwa Syme, <i>Ammianus and the Historia Augusta</i>, 203ff.; Syme, <i>Emperors and Biography</i>, S. 260ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-35"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-35">↑</a></span> <span class="reference-text">Alan Cameron: <i>The Last Pagans of Rome</i>. Oxford/New York 2011, S. 743ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-36"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-36">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. die knappen Ausführungen von Straub, <i>Vorwort</i>, in: Hohl, <i>Römische Herrschergestalten</i>, Bd. 1, S. Xff.; XXXVI. Zusammenfassend siehe auch den knappen Überblick bei Hartwin Brandt: <i>Überlegungen zur Tendenz der Vita des Maximus und Balbinus</i>, in: Giorgio Bonamente (Hrsg.): <i>Historiae-Augustae-Colloquium Genevense</i> (= HAC II). Bari 1994, S. 53–62, hier S. 53f.</span>
</li>
<li id="cite_note-37"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-37">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a href="Matthias_Haake" title="Matthias Haake">Matthias Haake</a>: <i>‘In Search of Good Emperors’. Emperors, Caesars, and usurpers in the mirror of antimonarchic patterns in the Historia Augusta – some considerations</i>. In: <a href="Henning_B%C3%B6rm" title="Henning Börm">Henning Börm</a> (Hrsg.): <i>Antimonarchic Discourse in Antiquity</i>, Stuttgart 2015, S. 269–303.</span>
</li>
<li id="cite_note-38"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-38">↑</a></span> <span class="reference-text">Zitat: <i>ultimus Antoninorum</i> (<i>vita Heliogabali</i> 1,7). Die Bezeichnung als <i>Antonine</i> erscheint irrig, was sich aber aus dem Umstand erklärt, dass die Kaiser des <a href="Severer" title="Severer">severischen Hauses</a> eine fiktive Verbindung zu Mark Aurel konstruiert hatten.</span>
</li>
<li id="cite_note-39"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-39">↑</a></span> <span class="reference-text">Michael Pietrzykowski: <i>Die Religionspolitik des Kaisers Elagabal</i>, in: <i><a href="Aufstieg_und_Niedergang_der_r%C3%B6mischen_Welt" title="Aufstieg und Niedergang der römischen Welt">Aufstieg und Niedergang der römischen Welt</a></i>. Bd. II 16, 3. Berlin/New York 1986, S. 1806–1825, mit älterer Literatur. Spezieller ist Theo Optendrenk: <i>Die Religionspolitik des Kaisers Elagabal im Spiegel der Historia Augusta</i>. Bonn 1969.</span>
</li>
<li id="cite_note-40"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-40">↑</a></span> <span class="reference-text">Siehe nun den umfassenden Kommentar von Samuel Christian Zinsli: <i>Kommentar zur Vita Heliogabali der Historia Augusta.</i> Bonn 2014.</span>
</li>
<li id="cite_note-41"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-41">↑</a></span> <span class="reference-text">Zu diesem vermittelten Bild und den Hintergründen vgl. Gottfried Mader: <i>History as Carnival, or Method and Madness in the Vita Heliogabali</i>, in: <i>Classical Antiquity</i>, Nr. 24,1 (2005), S. 131ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-42"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-42">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. besonders <i>vita Heliogabali</i> 18ff., wo die vom Autor der HA wahrgenommene Extravaganz des Kaisers betont und er auf eine Stufe mit <a href="Caligula" title="Caligula">Caligula</a> und <a href="Nero" title="Nero">Nero</a> gestellt wird (ebd. 33).</span>
</li>
<li id="cite_note-43"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-43">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>vita Heliogabali</i> 4; vgl. Straub, <i>Vorwort</i>, in: Hohl, <i>Römische Herrschergestalten</i>, Bd. 1, S. XXVIII.</span>
</li>
<li id="cite_note-44"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-44">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>vita Heliogabali</i> 17.</span>
</li>
<li id="cite_note-45"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-45">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. dazu Ronald Syme: <i>The Reign of Severus Alexander</i>, in: Syme, <i>Emperors and Biography</i>, S. 146ff. Einen insgesamt veralteten, aber noch lesenswerten Überblick bietet Karl Hönn: <i>Quellenuntersuchungen zu den Viten des Heliogabalus und des Severus Alexander</i>. Leipzig 1911.</span>
</li>
<li id="cite_note-46"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-46">↑</a></span> <span class="reference-text">Siehe <i>vita Alexandri Severi</i> 5,1; 13,5.</span>
</li>
<li id="cite_note-47"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-47">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. zur idealisierten Darstellung des Kaisers allgemein auch die Ausführungen bei Syme, <i>Ammianus and the Historia Augusta</i>, S. 133–135.</span>
</li>
<li id="cite_note-48"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-48">↑</a></span> <span class="reference-text">Jacob Burckhardt: <i>Die Zeit Constantins des Großen</i>. 2. Aufl. Leipzig 1880; ND 1990, S. 17.</span>
</li>
<li id="cite_note-49"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-49">↑</a></span> <span class="reference-text">David Potter: <i>The Roman Empire at Bay</i>. London/New York 2004, S. 163ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-50"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-50">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. etwa Straub, <i>Vorwort</i>, in: Hohl, <i>Römische Herrschergestalten</i>, Bd. 1, S. XXXI. Einen interessanten Vergleich bietet <a href="Glen_Bowersock" class="mw-redirect" title="Glen Bowersock">Glen Bowersock</a>: <i>The Aethiopica of Heliodorus and the Historia Augusta</i>, in: G. Bonamente, <a href="Fran%C3%A7ois_Paschoud" title="François Paschoud">F. Paschoud</a> (Hrsg.): <i>Historia Augusta Colloquium Genovense</i>. Bari 1994, S. 43–52.</span>
</li>
<li id="cite_note-51"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-51">↑</a></span> <span class="reference-text">Allgemein dazu: Ronald Syme: <i>Bogus authors</i>, in: Syme, <i>Historia Augusta Papers</i>, S. 98–108.</span>
</li>
<li id="cite_note-52"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-52">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. zu diversen nur in der HA genannten Autoren auch Pawel Janiszewski: <i>The Missing Link II. The Lost Latin Historiography of the Later Empire (3rd–5th Century).</i> Leuven u.&nbsp;a. 2023, S. 327 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-53"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-53">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Syme, <i>Emperors and Biography</i>, S. 271ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-54"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-54">↑</a></span> <span class="reference-text">Allgemein Hartwin Brandt: <i>Facts and Fictions – die Historia Augusta und das 3. Jahrhundert</i>, in: K.-P. Johne u. a. (Hrsg.): <i>Deleto paene imperio Romano. Transformationsprozesse des Römischen Reiches und ihre Rezeption in der Neuzeit</i>. Stuttgart 2006, S. 11–23.</span>
</li>
<li id="cite_note-55"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-55">↑</a></span> <span class="reference-text">Vit. Max. et. Balb. 8,1. Diese innerhalb der literarischen Überlieferung einzigartige Information wird durch zeitgenössische Inschriften bestätigt (z. B. ILS 496).</span>
</li>
<li id="cite_note-56"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-56">↑</a></span> <span class="reference-text">Dazu Ernst Hohl: <i>Vopiscus und die Biographie des Kaisers Tacitus</i>, in: <i>Klio</i> 11 (1911), S. 178ff., 284ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-57"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-57">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. allgemein auch Syme, <i>Ammianus and the Historia Augusta</i>, S. 111ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-58"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-58">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Syme, <i>Ammianus and the Historia Augusta</i>, S. 176f.; allgemein Syme, <i>Emperors and Biography</i>, S. 54–77 (Kapitel 4: <i>The Secondary Vitae</i>).</span>
</li>
<li id="cite_note-59"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-59">↑</a></span> <span class="reference-text">Jörg Fündling: <i>Kommentar zur Vita Hadriani der Historia Augusta</i>. 2 Bände, Habelt, Bonn 2006, ISBN 978-3-7749-3390-3 (= Antiquitas. Reihe 4: Beiträge zur Historia-Augusta-Forschung. Serie 3: Kommentare; Bd. 4.1), S.&nbsp;6.</span>
</li>
<li id="cite_note-60"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-60">↑</a></span> <span class="reference-text">Allgemein zu den Quellen der <i>Historia Augusta</i> siehe Barnes, <i>The Sources of the Historia Augusta</i>.</span>
</li>
<li id="cite_note-61"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-61">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Ronald Syme: <i>Not Marius Maximus</i>, in: <i>Hermes</i> 96 (1968), S. 494–502; Syme, <i>Emperors and Biography</i>, S. 30ff. (Kapitel 3: <i>Ignotus, the Good Biographer</i>).</span>
</li>
<li id="cite_note-62"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-62">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Anthony_R._Birley" title="Anthony R. Birley">Anthony R. Birley</a>: <i>Marius Maximus, the Consular Biographer</i>, in: <i><a href="Aufstieg_und_Niedergang_der_r%C3%B6mischen_Welt" title="Aufstieg und Niedergang der römischen Welt">Aufstieg und Niedergang der römischen Welt</a></i>, Bd. II 34, 3 (1997), S. 2678–2757.</span>
</li>
<li id="cite_note-63"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-63">↑</a></span> <span class="reference-text">Dazu ausführlich Jörg Fündling: <i>Kommentar zur Vita Hadriani der Historia Augusta</i>. 2 Bde. Bonn 2006.</span>
</li>
<li id="cite_note-64"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-64">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. dazu Klaus-Peter Johne: <i>Die Historia Augusta</i>, in: Klaus-Peter Johne (Hrsg.): <i>Die Zeit der Soldatenkaiser</i>. 2 Bde. Berlin 2008, S. 45ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-65"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-65">↑</a></span> <span class="reference-text">David Rohrbacher: <i>The Play of Allusion in the Historia Augusta.</i> Madison (Wisconsin) 2016, S. 135ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-66"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-66">↑</a></span> <span class="reference-text">So unter anderem <a href="Ernst_Kornemann" title="Ernst Kornemann">Ernst Kornemann</a>: <i>Kaiser Hadrian und der letzte große Historiker von Rom</i>. Leipzig 1905, der ihn mit Lollius Urbicus, den Sohn des <a href="Quintus_Lollius_Urbicus" title="Quintus Lollius Urbicus">Quintus Lollius Urbicus</a>, gleichsetzte; zum vermuteten Umfang des Werks ebd., S. 79ff. Dagegen siehe die knappe Zusammenfassung bei Syme, <i>Ammianus and the Historia Augusta</i>, S. 92.</span>
</li>
<li id="cite_note-67"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-67">↑</a></span> <span class="reference-text">David Rohrbacher: <i>The Play of Allusion in the Historia Augusta.</i> Madison (Wisconsin) 2016, S. 11–14 (mit Belegen).</span>
</li>
<li id="cite_note-68"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-68">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Getica</i> 15, 83ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-69"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-69">↑</a></span> <span class="reference-text">Norman Baynes: <i>The Historia Augusta. Its Date and Purpose</i>. Oxford 1926. Klaus Rosen hat in jüngster Zeit ebenfalls mehrere Bezüge auf Julian herausgearbeitet, siehe Klaus Rosen: <i>Kaiser Julian in der Historia Augusta</i>, in: Hartwin Brandt, Giorgio Bonamente (Hrsg.): <i>Historiae Augustae Colloquium Bambergense (HAC X). Atti dei Convegni sulla Historia Augusta</i>. Bari 2007, S. 319ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-70"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-70">↑</a></span> <span class="reference-text">Syme, <i>Ammianus and the Historia Augusta</i>.</span>
</li>
<li id="cite_note-71"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-71">↑</a></span> <span class="reference-text">Lippold, <i>Die Historia Augusta. Eine Sammlung römischer Kaiserviten aus der Zeit Konstantins</i>, wo sich auch ein zusammenfassender Überblick in Form von Lippolds Artikel im <i><a href="Reallexikon_f%C3%BCr_Antike_und_Christentum" title="Reallexikon für Antike und Christentum">Reallexikon für Antike und Christentum</a></i> findet.</span>
</li>
<li id="cite_note-72"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-72">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Einhard" title="Einhard">Einhard</a> beispielsweise scheint die Hadriansvita gekannt zu haben, vgl. <a href="Rosamond_McKitterick" title="Rosamond McKitterick">Rosamond McKitterick</a>: <i>Charlemagne</i>. Cambridge 2008, S. 17.</span>
</li>
<li id="cite_note-73"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-73">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://digi.vatlib.it/view/MSS_Pal.lat.899">Digitalisat der BAV von Vat. pal. lat. 899</a>; <a rel="nofollow" class="external text" href="http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bav_pal_lat_899">Digitalisat der UB Heidelberg von Vat. pal. lat. 899</a>; <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.mss.vatlib.it/guii/console?service=present&amp;term=@5Pal.lat.899_ms&amp;item=1&amp;add=0&amp;search=1&amp;filter=&amp;relation=3&amp;operator=&amp;attribute=3040">Bibliographie der BAV zu Vat. pal. lat. 899</a></span>
</li>
<li id="cite_note-74"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-74">↑</a></span> <span class="reference-text"> Vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://zendsbb.digitale-sammlungen.de/~db/0000/sbb00000112/images/index.html">Digitalisat der Staatsbibl. Bamberg des Bambergensis Class. 54</a>; Ernst Hohl: <i>Beiträge zur Textgeschichte der Historia Augusta</i>, in: <i>Klio</i> 13, 1913, S. 258ff. und S. 387ff.; Ernst Hohl: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.digizeitschriften.de/dms/img/?PPN=PPN509862098_0029&amp;DMDID=dmdlog46">Die Ueberlieferung der Scriptores Historiae Augustae</a></i>. In: <i>Hermes</i> 29, 1894, S. 393–416; Alfred Klotz: <i>Beiträge zur Textgeschichte und Textkritik der Scriptores Historiae Augustae.</i> In: <i>Rheinisches Museum</i> 78, 1929, S.&nbsp;268–314 <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.rhm.uni-koeln.de/078/Klotz.pdf">Alfred Klotz, Beiträge zur Textgeschichte ...</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-75"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-75">↑</a></span> <span class="reference-text">Alfred Klotz: <i>Beiträge zur Textgeschichte und Textkritik der Scriptores Historiae Augustae.</i> In: <i>Rheinisches Museum</i> 78, 1929, S.&nbsp;268–314 kommt S. 269–279 durch Fehleranalyse zu dem Ergebnis, dass zwischen dem gemeinsamen Archetyp der beiden Handschriftenklassen, einer in <a href="Unziale" title="Unziale">Unzialen</a> geschriebenen <a href="Majuskelschrift" title="Majuskelschrift">Majuskelhandschrift</a>, und P ein Hyparchetyp eingeschaltet werden müsse (S. 279).</span>
</li>
<li id="cite_note-76"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-76">↑</a></span> <span class="reference-text"> Vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.treccani.it/enciclopedia/bonaccorso-da-pisa_(Dizionario-Biografico)/">Gianni Ballistreri: „Bonaccorso da Pisa“. In: <i>Dizionario Biografico degli ItalianiDizionario Biografico degli Italiani</i>, Bd. 11, Rom 1969, s. v.</a></span>
</li>
<li id="cite_note-77"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-77">↑</a></span> <span class="reference-text">Das <a href="Kolophon_(Schriftst%C3%BCck)" title="Kolophon (Schriftstück)">Kolophon</a> lautet: <i>Informatum est hoc Opus per Magistrum Philippum de Lauagna anno a Nativitate Christi .M.CCCC.LXXV. Vndecimo Kalendas Ianuarias Mediolani</i> (Bd. 2, fol. 107v). Vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://daten.digitale-sammlungen.de/0006/bsb00069443/images/index.html?id=00069443&amp;groesser=&amp;fip=qrsxseayasdaseayaeayaxdsydewqxdsydewqyzts&amp;no=1&amp;seite=11">Digitalisat der Bayerischen Staats- und Universitätsbibl. München</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-78"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-78">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Historiae Augustae scriptores sex.</i> Drovart, Paris 1603</span>
</li>
</ol>

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